Der Pannwitzblick

Datum
Tue
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26
Beginn
19:30
Uhr
Ort
Bühne
Eintritt
10.00
Eintritt
Eintritt frei
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Karten
10.00

Dokumentarfilm von Didi Danquart, Karl-Heinz Roth, Christian Geissler, Cornelius Schwehr

Der Pannwitzblick (D, 1991)

Im Rahmenprogramm der Ausstellung „SELTENLAND – Philipp Wewerka und Gäste“ zeigt das Forum Gestaltung in Anwesenheit des Filmemachers Didi Danquart den mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 1991 ausgezeichneten Film "Der Pannwitzblick".

Der Film besticht durch eine ungewöhnliche Bildsprache und eine ebenso ungewöhnliche Erzählweise. Im Zentrum steht ein Thema von großer gesellschaftlicher Brisanz: die Aussonderung geistig und körperlich behinderter Menschen.

"Der Pannwitzblick" ist ein analytischer Montagefilm über Blicke, Kameraeinstellungen und das Machtverhältnis zwischen dem Abbildenden und dem Abgebildeten – vor der Kamera und vor dem Auge. Die dokumentarische Studie zeigt das Leben behinderter Menschen und ihre Versuche der Selbstverwirklichung. Zugleich setzt sie sich mit dem Themenkomplex des sogenannten „unwerten Lebens“ auseinander. Es ist ein engagierter Film, der kompromisslos für die Belange behinderter Menschen eintritt, deren Selbstbehauptung bis heute durch Unverständnis und Hilflosigkeit der Umwelt erschwert wird.

Im Faschismus waren es Propagandafilme, die – gestützt auf die Theorien der Eugenik – die Massenvernichtung der als „nicht normal“ diffamierten Menschen vorbereiteten. Das Kameraobjektiv wurde von den Nationalsozialisten zum „gesellschaftlichen Auge“ umfunktioniert. Primo Levi verglich den Blick der Täter auf die Opfer mit der „Glaswand eines Aquariums“, die zwischen Lebewesen stehe, „die verschiedene Elemente bewohnten“.

Der Nationalsozialismus ist vorbei. Doch diese „Glaswand“ existiert noch immer. Davon erzählt "Der Pannwitzblick". In den späten 1980er-Jahren wurde das Thema Euthanasie in Deutschland erneut virulent. Der Blick nichtbehinderter Menschen auf Behinderung ist häufig von Fremdheit geprägt, aus der Angst entsteht, die wiederum in Abwehr umschlägt. Diese Mechanismen werden im Film sichtbar – in Bildern ebenso wie im menschlichen Verhalten.

Der (noch) in der Medienwerkstatt Freiburg produzierte Film wurde national und international vielfach ausgezeichnet und hat bis heute nicht an Aktualität verloren.

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Gespräch mit Didi Danquart statt, der den Film seit über 35 Jahren persönlich begleitet und die gesellschaftlichen Entwicklungen in diesem Zeitraum aufmerksam verfolgt hat.

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Einlass

Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn

Preisinformation

10,00 € | 5,00 € ermäßigt

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